„Morgen, Kollege Roboter!“: 25 Thesen zur Arbeit 4.0

Titelt die Computerwoche. Leider kein Verweis auf die gesamte Studie, die von der Universität St. Gallen und der Telekom vorgelegt wurde, dafür kann man sich durch die Thesen durchklicken und sich so einen Überblick verschaffen.

Ich teile nicht alle Befunde, so zum Beispiel die Verallgemeinerung der Ergebnisse für alle Arbeitsbereiche. Aber sofern es um Wissensbasierte Arbeit gehe, d’accord.

http://www.computerwoche.de/a/25-thesen-zur-arbeit-4-0,3247469

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„Morgen, Kollege Roboter!“: 25 Thesen zur Arbeit 4.0

Denken in Fähigkeiten

Zum Artikel in „Das Netz“

Prima, der Ansatz gefällt mir sehr gut!

Was mir schon lange aufstösst und letztlich auch zum Abbruch meines MBA führte ist die Art und Weise wie Arbeit und Führung verstanden und vermittelt wird. Im Zentrum stehen normierte und dadurch kontrollierbare Vorgänge.

Führung wird verstanden als das Weitergeben von funktionalen Arbeitsanweisungen ohne tieferen Einblick in die strategische Zielsetzung und heute sogar oft durch aufgesetzte Führungstaktiken, die emotionalen Druck ausüben. Handlungsspielraum des Einzelnen: gering. Denken über die Zuständigkeit heraus: unerwünscht. Quereinsteiger: lästig. Dafür sinnlose Email Abstimmungsfluten, CC Schlachten, endlose Konferenzen und komplizierte Projektsoftware. Niemand braucht das.

Führungskräfte heute sollten lernen, die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter einzuschätzen und sie dabei unterstützen diese weiter zu entwickeln. Sie sollten in Teamarbeit trainiert werden, denn in Zukunft wird es entscheidend sein, wer am Besten in der Lage ist seine Kollegen auf Basis ihrer Fähigkeiten zu projektbasierten effizienten Teams zusammenzubringen. Das führt vielleicht zu überraschenden auf jeden Fall aber zielorientierten Ergebnissen, Lösungen statt Problemen  und Innovationen statt BurnOuts.

Mit den veralteten weil auf industrieller Herstellung basierenden Organisations- und Managementstrukturen stehen wir uns als Gesellschaft und Wirtschaft selbst im Weg!

Denken in Fähigkeiten

Three Nuts in a Nutshell

Technisch befinden wir uns auf der Zielgeraden zur nächsten Stufe der Digitalisierung. Was die Etablierung neuer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Normen und Strategien angeht, hinken wir aber noch deutlich hinterher.

Es gilt drei Nüsse zu knacken:

Wir brauchen übergreifende Netzwerke und dezentrale Zusammenarbeit ohne starre Strukturen, die dennoch stabile Rahmenbedingungen bieten und verlässliche Ergebnisse erzeugen, damit aus Ideen hilfreiche Innovationen  erzeugt werden können und aus der Digitalisierung nachhaltige Anwendungen

Wir brauchen mehr Kreativität und Problemlöserdenken in den bestehenden Unternehmen, Strukturen und Organisationen, um bisher unbekannten Herausforderungen mit unkonventionellen Lösungsstrategien zu begegnen.

Wir brauchen Ideen und Utopien für die Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit der Zukunft, damit wir unsere Welt mithilfe der Digitalisierung größer, lebenswerter und nachhaltiger machen können, statt Ängstliche ängstlicher zu machen, Arme ärmer und Einsame einsamer.

Three Nuts in a Nutshell

Fragen

Fragen, die sich stellen und an deren Lösung ich mitarbeiten möchte sind:

  • Wie organisieren wir Arbeits- und Produktionsprozesse in dezentralen Arbeitssituationen so, dass sie effizient sind, aber menschliche und natürliche Ressourcen schonen?
  • Wie erlangen wir die Hoheit über die wichtigsten individuellen Ressourcen Zeit (Arbeitskraft, Aufmerksamkeit, Gehalt), Daten (Werke, persönliche Daten, Wissen, Informationen) und Gesundheit (Belastbarkeit, (Über-)forderung)?
  • Wie definieren wir Arbeit, Leistung und damit Entlohnung und Wertschätzung in einer grenzenlosen digitalen Arbeits- und Lebenswelt?
  • Wie schaffen wir Wettbewerb zwischen Plattformen/Diensten und Wertschöpfenden, zwischen Selbständigen und Arbeitnehmern, zwischen Dienstanbietern, Produzenten und Verbrauchern?
  • Wie können wir unseren Arbeitsalltag so gestalten, dass die neuen Möglichkeiten uns beflügeln statt zu überlasten?
  • Wie gestalten wir unsere Lebensbereiche so, dass die Digitalisierung einen Zugewinn an Lebensqualität darstellt?
Fragen

Warum gibt es Three Nuts?

Die Digitalisierung von Geschäfts-, Arbeits- und Kommunikationsprozessen schreitet langsamer voran als gedacht, wird aber nach und nach alle Bereiche unseres Geschäfts-, Arbeits- und Privatlebens nachhaltig verändern.

Sie hat vom den Herstellungs- und Arbeitsprozessen, den Innovations- und Produktlebenszyklen, den Vertriebs- und Marketingkanälen bis hin zu den Nutzungs- und Weiterverwendungsmöglichkeiten nahezu alle bisher gültigen betriebswirtschaftlichen Prinzipien der Management- und Organisationstheorie auf den Kopf gestellt und bringt damit derzeit den Banken- und Finanzsektor ebenso ins Schwitzen, wie den Automobil- und Pharmamarkt.

Die effiziente Organisation und Bewertung von Kommunikation, Wissen und Information sind entscheidende Erfolgsfaktoren für ganze Branchen geworden. Die Verlagerung vom Produkt auf den Prozess als Wertschöpfungskern ist in vollem Gange.

Eine der ersten Branchen, die etwa ab dem Jahr 2000 umfassend von der Digitalisierung erfasst wurde, war die Musikwirtschaft, andere Bereiche der Kreativwirtschaft wie Games&Software, Film&TV, Buch&Zeitschriften, Werbung, Design&Kommunikation folgten.

Andere Branchen können von diesen Wissens- und Informationsbasierten Branchen lernen, deren Fehler vermeiden, sich Best Practise Beispiele abschauen und gemeinsam ungelöste Probleme angehen. Auch in der Kreativbranche selber ist der Prozess der Digitalisierung noch lange nicht abgeschlossen, aber die Prinzipien des Wandels sind erkannt und werden Schritt für Schritt umgesetzt.

Bislang gab es zwischen den klassisch produzierenden Branchen und den Kreativbranchen nur wenige Berührungspunkte, die sich meist auf die Dienstleistungsebene von Werbung, Marketing und Design beschränkten. Ebenso selten vernetzen sich Unternehmen, Verbände und Fachbereiche von Universitäten zu übergreifenden Themen. Und auch Politik und Verwaltung arbeiten sich oft fragmentiert an Einzelthemen der Digitalisierung ab.

Der Shift in die digitale Welt passiert jeden Tag, in jedem Unternehmen, in jeder Behörde, in jedem privaten Haushalt. Es wird Zeit, dass wir die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme, die dadurch entstehen nicht nur bebenennen, sondern auch angehen.

Mit geht es darum, Initiativen und Projekte zu bündeln, die schon angefangen haben, während die anderen noch diskutieren.

Warum gibt es Three Nuts?